Kindergarten, Tiefenbronn
Ganztagesbetreuung, Notwendigkeit zur Instandsetzung und Sanierung des in die Jahre gekommenen Gebäudes veranlasste die Gemeinde Tiefenbronn 2012 dazu das 1962 ehemals als Schwesternwohnheim mit angegliedertem Kindergarten errichtete Gebäude am Ortsrand von Tiefenbronn auf den Prüfstand zu stellen.
Wiederholte Nutzungsänderungen im Gebäude hatten eine unübersichtliche und völlig unbefriedigende innere und äußere Erschließung geschaffen. Die Gebäudezugänge waren nicht geeignet um Kindern oder Erziehern mit Handicap die Teilnahme zu ermöglichen. Die innere Geschosserschließung lag ohne Bezug zum Haupteingang in einem anderen Teil des Gebäudes. Mehrere Räume waren Durchgangszimmer und eine Aneinanderreihung von verwinkelten Fluren taten ihr Übriges. Rückzugsräume für das Personal, ein Bereich für Besprechungen waren nicht gegeben. Eine „Haushaltsküche“ diente zur Essenszubereitung für die Ganztageskinder. Gegessen wurde im Mehrzweckraum.
Zusätzlich zum bestehenden Raumprogramm sollte eine neue Gruppe für unter 3- jährige und Schlafräume geschaffen werden. Der Außenspielbereich für die Kinder sollte modernisiert und erweitert werden.
Die Bilder zeigen zum Teil die Raumnutzungen und Anordnungen vor und nach der Sanierung. Es gelang durch die Verlegung der Treppe im Gebäude zum Haupteingang hin die innere Erschließung zu korrigieren und die Nutzungsbereiche Verwaltung, Gemeinschaftsflächen und Gruppenräume klar zuzuordnen.
Die Verwaltung liegt nun ebenso wie die Gemeinschaftsflächen für Kochen und Mittagessen, Bewegung und Veranstaltungen zentral im Bereich der Gebäudeerschließung. Nebenräume für Garderobe oder die Toiletten sind sinnvoll zusammengelegt und nutzungspezifisch zugeordnet.
Glaswände fördern die Kommunikation der Kinder und Erzieher untereinander und, neben der verbesserten Belichtung der zurückliegenden Räume im Untergeschoss, das Gemeinschaftsgefühl in der Einrichtung. Die bodentiefen Fenster im Hanggeschoss erweitern die Gruppen- und Gemeinschaftsräume über die Außenspielbereiche der neuen Terrasse bis in die Landschaft des Nordschwarzwaldes.
Bei der Materialauswahl entschloss sich der Bauherr in enger Zusammenarbeit mit dem Team der Erzieherinnen zu ruhigen Flächen. Bewusst wurde auf den Einsatz von unterschiedlichen Farben oder Materialien verzichtet. Birkenholz, weiße Wände, Decken mit schallabsorbierenden Funktion und ein heller, beiger Bodenbelag bieten den für die vielen bunten Spielsachen und Arbeiten der Kinder notwendigen ruhigen und zurückhaltenden Untergrund.
Ort
Tiefenbronn
Bauherr
Gemeinde Tiefenbronn
Programm
3 Gruppenräume Ü3
2 Gruppenräume U3
2 Schlafräume
Bewegungsraum
Ganztagesküche mit Speiseraum
Außenterrasse mit Spielpaltzbereich für U3
Team
Kay Frahm
Boll & Partner Ingenieurgesellschaft mbH & Co. KG, Stuttgart
IGP GmbH, Pforzheim
Ralf Schäfer und IB Römling




